Robert Rauh, Lehrer am Barnim-Gymnasium in Lichtenberg für Deutsch und Geschichte, ausgezeichnet als bester Lehrer des Jahres, wagt mit seiner Petition neue Denkanstöße für unser Bildungssystem zu geben, die längst überfällig sind. Er gibt dem, was viele andere bereits fordern, Nachdruck, und hat eigene Ideen. Das Echo zur Petition ist jedoch nicht durchweg positiv. In meinen Augen unverständlich. Denn Robert Rauh fordert keine utopischen Änderungen.

Der Schrei nach einem bundesweit einheitlichen Schulsystem bspw. ist laut und bereits lange zu vernehmen. Ebenso die Forderung nach kleineren Klassen. Die Klassenräume sind überfüllt von Schülern, von denen keiner zu kurz kommen will, und dennoch erwarten die Eltern jedes Kindes, dass ihres individuell vom Lehrer gefördert wird.

"Weniger Inhalte - mehr Kompetenzen" - super, denn in der Schule wird bislang nur die Fähigkeit getestet, ob ein Schüler stures Auswendiglernen beherrscht, statt die weitaus wichtigere Fähigkeit, Wissen anzuwenden und neue Methoden zu verinnerlichen.

Ich finde nahezu alle Punkte der Petition unterstützenswert. Lediglich den Punkt "späterer Unterrichtsbeginn" sehe ich sehr kritisch. Wann soll man Kindern und Jugendlichen das frühe Aufstehen wie in der Arbeitswelt beibringen, wenn nicht in der Schulzeit? Die Schule bereitet auf das Berufsleben vor, und dazu zählt, für einige mehr, für andere weniger, frühes Aufstehen.

Doch niemand behauptet, alle Vorschläge sollen komplett so übernommen werden. Wichtig ist jedoch, dass jemand Ideen hat und mit diesen präsent ist, damit Bildung in Deutschland in eine andere, in eine bessere Richtung gelenkt werden kann.
 
Nico Menzel, Schüler (17 Jahre), 23. Juni 2014